Enterprise-Resource-Planning-System




* Preis wurde zuletzt am 22. März 2016 um 23:55 Uhr aktualisiert.

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ERP – Enterprise-Resource-Planning-System

Sämtliche, in einem Unternehmen, ablaufenden Geschäftsprozesse werden durch das Enterprise-Resource-Planning-System, kurz ERP-System, unterstützt. Zahlreiche Module der ERP Software sind zu Unterstützung folgender Geschäftsbereiche verfügbar:

  • Anlagenwirtschaft

  • Bedarfsermittlung

  • Beschaffung und Materialwirtschaft, Lagerhaltung, Disposition

  • Controlling

  • Dokumentenmanagement

  • Finanz- und Rechnungswesen

  • Forschung und Entwicklung

  • Personalwesen und –wirtschaft

  • Produktmanagement

  • Produktion, Produktionsplanung und –steuerung

  • Stammdatenverwaltung

  • Stücklistenerstellung

  • Vertrieb

Alle einzelnen Module sind über eine gemeinsame Datenbasis miteinander vernetzt.

Das Enterprise-Resource-Planning-System

Das Enterprise-Resource-Planning-System unterstützt nahezu alle in einem Unternehmen oder Geschäftsbetrieb ablaufenden Geschäftsprozesse. Das ERP-System wurde zur funktionsübergreifenden Unterstützung aller anfallenden Geschäftsprozesse entwickelt. Dank einer unternehmensweiten Verknüpfung aller vorhandenen Datensätze ist eine Unterstützung und Planung über mehrere Konzernebenen, über mehrere Werke, Standorte oder Sparten sowie über verschiedene Lagerorte oder über mehrere Abteilungen hinweg möglich.

Seinen Ursprung findet das Enterprise-Resoure-Planning-System, kurz ERP-System, in den Programmen der Produktionsplanung und Produktionssteuerung. Die ersten, bereits in den 1960er Jahren entwickelten, Lösungsansätze waren lediglich auf die Materialerfassung und Materialbedarfsplanung ausgerichtet. Bezeichnet wurden diese Systeme seinerzeit als Material-Requirements-Planning, kurz MRP-System. Im Laufe der Jahre wurden die Funktionen auf die übrigen Bereiche der Produktionsplanung und Produktionssteuerung ausgeweitet. Aus der zunehmenden Integration von weiteren Modulen zur Planung oder Steuerung zahlreicher anderer Unternehmensbereiche entstand das Enterprise-Resource-Planning-System, kurz ERP-System.

Die Anwendungen des ERP-Systems sind wirtschaftszweigunabhängig einsetzbar. Zu den bekanntesten ERP-Systemen zählen SAP ERP, welches auch als SAP R/3 bekannt ist.

ERP-System – Vernetzung im Geschäftsprozess

Eine reine unternehmensbezogene Steuerung und Planung wird als nicht mehr zeitgemäß und schon gar nicht als ausreichend angesehen. Ursächlich dafür ist die zunehmende Vernetzung. Geschäftsprozesse jeglicher Art müssen unternehmensübergreifend gesteuert und geplant werden können.

Zu den Softwaresystemen die eine derartige Steuerung und Planung der Geschäftsprozesse unternehmensübergreifend bewerkstelligen können müssen in ERP II-Systeme und APS-Systeme unterschieden werden.

Während es sich beim ERP II-System um die klassische Erweiterung des bereits vorhandenen ERP-Systems handelt, handelt sich bei den APS-Systemen um eine Integrations- und Zusatzsoftware um herkömmliche ERP-Systeme nicht abzulösen, sondern zu erweitern.

Die Steuerung und bedarfsgerechte Planung von unternehmerischen Aufgaben im Sinne des Unternehmenszwecks zeichnet die Kernfunktion des ERP-Systems aus.

Die Kernfunktionen von Enterprise-Resource-Planning-Systems

Die komplexe und miteinander kommunizierende Anwendungssoftware, welche in erster Linie der unterstützenden Planung von Ressourcen innerhalb eines Unternehmens dient, kann im gesamten Unternehmen eingesetzt werden. Häufig werden komplexere ERP-Anwendungen in Teil-Anwendungen aufteilt, je nach Bedarf des jeweiligen Unternehmens. Die ERP-Systeme unterscheiden sich häufig in:

  • Zielbranchen – fachliche Ausrichtung

  • Skalierbarkeit – Unternehmensstandorte oder benötigte Benutzer

  • Umfang der Funktionen

  • Technologien – Datenbanken, Programmiersprachen, Betriebssysteme usw.

Der aktuelle Trend lässt erkennen, dass Anbieter immer häufiger auf webbasierte Produkte setzen. Dabei wird beispielsweise die System-Oberfläche direkt im Browserfenster dargestellt angezeigt. Aus diesen Anwendungen ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten der Nutzung für die verschiedensten Unternehmenszweige. Die Realisierung von externen Zugriffen auf das unternehmensinterne System ist so auch ohne die Installierung einer grafischen Benutzeroberfläche möglich. Kunden und Lieferanten können somit direkt in die laufenden Geschäftsprozesse einbezogen werden. Sei es zur Aufgabe von Bestellungen, zur Terminierung von Liefer- und Laufzeiten oder gar zum Abgleich von Lagerbeständen. In diesen Bereichen birgt das Einsetzen von ERP-Software Einsparungen im Zeit- und Kostenmanagement.

Über die Grenzen eines Unternehmens hinwegzusehen und barrierefrei zu agieren, umfasst den Grundgedanken der ERP-II-Systeme. Denn im Fokus der ERP-II-Systeme steht die Vereinfachung serviceorientierter Strukturen von Unternehmen.

Je nach Bedarf und Größe eines Unternehmens gibt es verschiedene ERP-Anbieter. Dabei bestimmt der Bedarf die passende ERP-Lösung. Ist ein Großunternehmen dazu gezwungen seine Konzernstruktur über eine ERP-Lösung abzubilden, welche gleichzeitig ein Tochterunternehmen anbinden kann, reicht einem kleineren Unternehmen gegebenenfalls die direkte Anbindung zum Kunden bzw. zu Lieferanten oder Versandunternehmen.

ERP-Systeme sollen weitestgehend alle Geschäftsprozesse abdecken. Die Abkehr von sogenannten Insellösungen schafft eine durchgehende Integration und führt zu einem ganzheitlichen ERP-System innerhalb eines Unternehmens. Ressourcen können auf diese Weise unternehmensweit verwaltet werden. Auch die Kommunikation innerhalb eines Unternehmens läuft einfacher und zeitsparender. Zudem verläuft die Zusammenarbeit verschiedener Abteilungen eines Unternehmens durch den gezielten Einsatz von ERP-Systemen effizienter.

Zu den gängigen ERP-Systemfunktionen zählen die Bereiche der Anlagenwirtschaft, Bedarfsermittlung, Beschaffung und Materialwirtschaft, Lagerhaltung, Disposition, Controlling, Dokumentenmanagement, Finanz- und Rechnungswesen, Forschung und Entwicklung, Personalwesen und –wirtschaft, Produktmanagement, Produktion, Produktionsplanung und –steuerung, Stammdatenverwaltung, Stücklistenerstellung sowie alle Belange rund um den Vertrieb.

Die Anforderungen an die angeführten Funktionsbereiche sowie das bestehende Investitionsvermögen für Lizenzen, Implementierungen und Hardware bestimmen dabei die Größe der Unternehmung. Kleine und mittelständische Unternehmen – KMU – benötigen zumeist keine integrierte Anbindung an Module für Controlling oder Rechnungswesen. Weiterhin stellen bestimmt Wirtschaftszweige abweichende Anforderungen an bereits bestehende ERP-Systeme.

Enterprise-Planning-System – Die Einführung in ein Unternehmen

Die Einführung eines ERP-Systems ist bei mittelständischen oder größeren Unternehmen zwangsläufig ein sehr komplexes Projekt und lässt sich in mehrere Phasen unterteilen:

Während der Evaluationsphase wird eine bedarfsgerechte Auswahl einer ERP-Software vorgenommen. Sie hängst zumeist von den individuellen Anforderungen des jeweiligen Unternehmens ab. Ein vorhandener Bekanntheitsgrad oder eine hohe Präsenz am Markt geben dabei aber nur beiläufig einen Hinweis auf eine individuelle Eignung. Aus diesem Grund sollte im Vorfeld immer eine Bedarfsanalyse erfolgen. Funktionale Anforderungen können auf diese Weise mit Referenzprozessen verglichen werden. Je nach Anforderungsprofil des jeweiligen Unternehmens werden zur Bedarfsanalyse sogenannte Lastenhefte erstellt. Darin wird vorrangig geklärt, welche Anforderungen die in Frage kommende ERP-Software leisten muss. Ist die Wahl getroffen und hat sich ein Unternehmen für einen Anbieter entschieden steht der Umsetzungsphase nichts mehr im Wege.

Die eigentliche Softwareeinführung übernimmt in den meisten Fällen das jeweilige Anwenderunternehmen. In der gängigen Praxis wird die Einführung des ERP-Systems jedoch durch das Anbieterunternehmen geleitet. In den ersten Schritten werden dabei alle gängigen und notwendigen Geschäftsprozesse des jeweiligen Unternehmens analysiert. Prozesse werden auf den Prüfstand gestellt und entschieden, ob diese wie gehabt beibehalten werden oder verändert werden sollen. Sind alle Geschäftsprozesse ausgewertet und samt ihrer Schnittstellen zu Kunden, Lieferanten oder weiteren Geschäftspartnern modelliert, werden diese in der SAP-Softwarelösung dargestellt. Im Anschluss werden sämtliche Daten und Stammdaten aus bereits vorhandenen Anwendungen übernommen oder neu einspielt. Über mehrere Testphasen wird die Software auf Fehler innerhalb der Geschäftsprozesse getestet. Der Echtbetrieb der jeweiligen ERP-Lösung für ein Unternehmen startet erst, wenn sämtliche Geschäftsprozesse mehrere Simulationen erfolgreich absolviert und fehlerfrei überstanden haben.

Zu den größten Anbietern von ERP-Systemen im deutschsprachigen Raum zählen SAP, Infor, Microsoft, Sage und Oracle.